Praktikumsbericht schreiben – so klappt's

Was ist ein Praktiumsbericht?


Nach dem letzten Arbeitstag ist das Praktikum zwar beendet, für das Studium fehlt aber noch ein ganz wesentlicher Teil: der Praktikumsbericht. Der dient nicht nur der Dokumentation der Tätigkeiten während des Praktikums, sondern hilft vielleicht dem*der ein oder anderen auch beim Berufswunsch. Doch was gehört in so einen Bericht und worauf muss man beim Schreiben achten?

Ich-Perspektive

Praktika in der Uni oder an der Hochschule sind immer damit verbunden, dass du am Ende einen Praktikumsbericht verfasst. In den Praktikumsbericht fließen persönliche Erfahrungen und deine eigene Meinung mit ein. Du schreibst ihn in der Ich-Perspektive. Schließlich hast du das Praktikum gemacht.

Du erhältst als Praktikant*in einen Einblick in ein Unternehmen oder eine Abteilung, den du als Außenstehende*r sonst nie bekommen würden. Eventuell bekommst du auch eine Vorschau auf deinen zukünftigen Beruf. Da ist es sinnvoll, sich mit dem Erlebten und Erlernten genau auseinanderzusetzen. Damit reflektierst du erstens deine Tätigkeiten, Erfolge und Misserfolge und zweitens erkennst du vielleicht dabei, ob der Job tatsächlich etwas für dich wäre.

Wie kann ich einen guten Praktikumsbericht schreiben?


Willst du einen vollständigen, gut strukturierten Praktikumsbericht schreiben, solltest du die folgenden Bestandteile berücksichtigen:

1. Deckblatt

Auf das Deckblatt gehören neben den üblichen Abgaben zu deiner Person - wie bei einer Hausarbeit - auch die Angaben zu dem Unternehmen, indem du dein Praktikum gemacht hast.

2. Inhaltsverzeichnis

Hier hast du keine inhaltlichen Kapitel, sondern kannst den Bericht z.B. anhand deiner Tätigkeiten strukturieren.

Beispiel

1. Aufgaben im Praktikum
1.1 Tätigkeitsbeschreibung
1.2 Organisation
1.3 Betreuung

3. Einleitung

Hier stellst du kurz die Eckdaten deines Praktikums dar: Das Unternehmen, Zeitraum und Umfang des Praktikums. Es geht nicht um eine alles erschöpfende detailgetreue Erzählung, sondern darum, deine Leser*innen in den Bericht einzuführen und ihn zu kontextualisieren.

4. Hauptteil

Hier beschreibst du deine Praktikumsstelle genauer: Was für Aufgaben hattest du, wie war der Praktikumsalltag, wie wurdest du betreut? Gab es besondere Vorkommnisse - egal ob positiv oder negativ, du kannst beides in deinen Praktikumsbericht schreiben. Auch Hintergründe zum Unternehmen können ggf. interessant sein. Hier musst du abwägen, wie viele Details nötig sind.

5. Schlussteil (inkl. Fazit)

Im Schlussteil hast du die Chance, zu reflektieren und zu bilanzieren. Was hat dir das Praktikum gebracht, hat es dich vorangebracht oder hat es sich nicht gelohnt. Wichtig ist: Begründe deine Aussage.

Beispiel

Du fandest dein Praktikum sehr positiv. Dann schreibst du nicht: „Mein Praktikum hat mir gut gefallen, weil die Arbeit Spaß gemacht hat.“

Begründe stattdessen, wieso dir die Arbeit Spaß gemacht hat: „Ich habe festgestellt, dass ich organisatorisches Talent habe, was mir bei meiner Arbeit im Unternehmen XY geholfen hat. Vor allem solche Aufgaben, die ein hohes Maß an Organisation erfordern, sind mir leicht von der Hand gegangen und waren für mich Erfolgserlebnisse.“

6. Literaturverzeichnis

Hier gilt, was bei jeder wissenschaftlichen Arbeit gilt: sorgsame Quellenangaben und eine einheitliche Zitierweise. Orientiere dich dabei an Hausarbeiten, die du bereits geschrieben hast.

Tipps für einen guten Praktikumsbericht


Tipp 1: Notizen machen

Meistens schreibst du deinen Praktikumsbericht erst, nachdem das Praktikum schon beendet ist. Daher ist es hilfreich, sich schon während des Praktikums Notizen machen, um einzelne Tätigkeiten oder Gedanken nicht zu vergessen. Dazu kannst du dir selbst eine Vorlage erstellen, in die du wie in eine Art Tagebuch Eintragungen machst. Du kannst aber auch Audio- oder Videoaufnahmen oder Fotos verwenden.

Tipp 2: Beachte den Datenschutz

In den Praktikumsbericht gehören keine sensiblen Daten des Unternehmens. Die gehen deine*n Dozent*in im Zweifel auch gar nichts an. Bei manchen Praktikumsstellen musst du sogar im Vorfeld eine Verschwiegenheitserklärung unterschreiben und musst daher noch mehr darauf achten, dass du nichts in deinen Bericht schreibst, was nicht nach außen getragen werden darf.

Tipp 3: Schreibe aus deiner Perspektive

Es ist dein Praktikum, es ist deine Erfahrung, es ist dein Praktikumsbericht: Also schreibe ihn auch in der Ich-Perspektive. Beachte dabei immer auch die richtige Zeitform: Was du selbst erlebt hast, gibst du im Präteritum/Plusquamperfekt wieder, allgemeine Beschreibungen hingegen im Präsens oder Perfekt.

Tipp 4: Nimm dir Zeit für den Schlussteil

Hier geht es um deine persönlichen Erfahrungen und Meinung. Du reflektierst dich, deine Arbeit und das ganze Praktikum.

Tipp 5: Sei kritisch

Nur weil du ein Praktikum im Unternehmen gemacht hast, musst du nicht alles toll finden, was dort passiert. Deshalb ist es ratsam, eine kritische Distanz zum Unternehmen aufrecht zu erhalten. Außerdem hilft das, beim Schreiben nicht ZU persönlich zu werden. Denn: Ein Praktikumsbericht ist immer noch eine wissenschaftliche Arbeit und kein persönliches Tagebuch.

Tipp 6: Vorlagen

Solltest du dir unsicher wegen der Formalien sein: Online findest du Muster für Praktikumsberichte oder eine Vorlage für dein Deckblatt. Daran kannst du dich orientieren, wenn du dir unsicher bist. Frag außerdem bei deinem*deiner Dozent*in ab, was genau für Erwartungen und Anforderungen es für den Bericht gibt.





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