Exzerpieren – so geht's

Bedeutung


Wenn eine Seminar-, Master- oder Bachelorarbeit ansteht, ist vor allem eins wichtig: Viel lesen. Doch wie behält man sich alles und strukturiert das Gelesene sinnvoll, um es während des Schreibprozesses immer wieder abrufen zu können? Genau dabei hilft ein Exzerpt.

Was bedeutet exzerpieren?

Exzerpieren bedeutet konkret, dass du dir während des Lesens herausschreibst, was du im Text als wichtig befindest. Doch wozu?

Zum einen hilft exzerpieren dabei, den Überblick über Inhalte zu behalten. Zum anderen hilft es dir, gelesene Texte besser zu verinnerlichen und zu durchdringen. Und: Du kannst eigene Anmerkungen, Ideen und Fragen zum Text direkt dazu notieren.

Wie sieht ein Exzerpt aus?


Auch wenn es verschiedene Formen beim Exzerpieren gibt, gibt es feste Bestandteile, die in jedem Exzerpt vorhanden sein sollten:

  • Der*die Autor*in
  • Der Titel
  • Die Auflage
  • Erscheinungsort und -jahr
  • Der Verlag

Anschließend kannst du unterschiedlich weitermachen. Je nachdem, für welche Methode du dich beim Exzerpieren entscheidest:

  • Tabellarisches Exzerpieren
    Hier legst du dir eine Tabelle an. Am besten mit Feldern für die Seitenzahl, das Thema oder den Inhalt, ein größeres Feld für die Kernaussagen des Textes und eines für deine eigenen Anmerkungen.
  • Zitierendes Exzerpieren
    Hier schreibst du prägnante Aussagen und Zitate aus dem Text auf.
  • Paraphrasierendes Exzerpieren
    Hier schreibst du ebenfalls die Kernaussagen aus dem Text auf, aber in eigenen Worten! Das hat den Vorteil, dass du den Text automatisch besser verstehst.

Um ein sinnvolles Exzerpt zu erstellen, brauchst du eine Struktur. Denn es hilft dir gar nichts, wenn du wild drauf los alles raus schreibst, was dir im Text wichtig erscheint.

Denn: Im Gegensatz zur einfachen Zusammenfassung hat deine Fragestellung beim Exzerpieren einen wesentlich höheren Stellenwert. Ebenso bringt es dir nichts, wenn dein Exzerpt nicht sorgfältig ausgefüllt ist.

Frage dich daher bei jedem Exzerpt:

  • Hilft die Aussage mir, meine Fragestellung zu beantworten?
  • Habe ich alle bibliographischen Angaben des Textes festgehalten?
  • Habe ich bei jedem Zitat, dass ich verwende, die Seiten- und ggf. Zeilenzahl dazu geschrieben und die korrekte Quellenangabe?
  • Habe ich meine eigenen Gedanken zum Text dazu geschrieben?
  • Habe ich so paraphrasiert, dass mein Exzerpt für sich steht und ich meine Notizen verstehe, ohne noch einmal in die das Originalwerk zu schauen?

Sollte man jeden Text exzerpieren?

Nicht zwingend. Bei Grundlagenliteratur lohnt sich das Exzerpieren auf jeden Fall - denn die brauchst du immer wieder. Bei sehr spezifischen Themen, zu denen du für deine Master- oder Bachelorarbeit Texte liest, ist es vielleicht zu viel.

Wann und für was ist ein Exzerpt wirklich hilfreich?


1. Du bildest dir eine Meinung

Da du dir aktiv Gedanken über den Text machen, setzt du dich mit dem Geschriebenen auseinander. Das heißt: Du machst dir eine eigene Meinung dazu. Das ist sowohl hilfreich für die kritische Auseinandersetzung in einer wissenschaftlichen Arbeit als auch in Diskussionen.

2. Du findest vielleicht eine Forschungslücke

Fertigst du viele Exzerpte an, stellst du schnell fest, wo es noch Lücken gibt. Dadurch erkennst du früh, ob du deine Forschungsfrage anpassen oder weiter präzisieren musst.

3. Du erstellst dein eigenes Archiv

Durch Exzerpte fällt es dir leichter, dich nach einer gewissen Zeit wieder in ein Thema zurückzufinden. Vor allem bei Grundlagenliteratur kann es daher sinnvoll sein, dein eigenes kleines Archiv zuhause zu haben. So hast du jederzeit die Möglichkeit, schnell auf die Inhalte zurückgreifen zu können, ohne das ganze Werk noch einmal lesen zu müssen.

4. Du lernst strukturiertes Denken

Von Mal zu Mal weißt du schneller, welche Inhalte in dein Exzerpt gehören. Du lernst auch, Aussagen und Inhalte auf ihren Kern runter zu brechen und dich zu fokussieren. Das hilft vor allem beim wissenschaftlichen Arbeiten.





Lektorat Plus für eine perfekte Bachelor- oder Masterarbeit.