Indirekte Rede – so funktioniert's!

Wenn du erzählen möchtest, was jemand anders gesagt hat, hast du dafür zwei Möglichkeiten:

  • Du zitierst wörtlich und setzt das Ganze in Anführungszeichen. Das ist die direkte Rede.
  • Du gibst den Inhalt des Gesagten in eigenen Worten wieder. Das ist die indirekte Rede.

Wie man direkte Rede in indirekte Rede umwandelt, erfährst du in diesem Ratgeber.

Indirekte Rede mit Konjunktiv


Für die indirekte Rede brauchst du keine Anführungszeichen. Dafür musst du das Verb in den Konjunktiv I setzen und die dritte Person verwenden.

Beispiel

Sie sagte: „Ich bin gestern spät nach Hause gekommen.“
Sie sagte, sie sei gestern spät nach Hause gekommen.

Manchmal musst du auch die Orts- und Zeitangaben entsprechend anpassen.

Beispiel

Gestern sagte er: „Morgen will ich ausschlafen.“
Gestern sagte er, er wolle heute ausschlafen.

Mein Nachbar sagte: „Ich werde auf einen Kaffee zu dir hinüberkommen.“
Mein Nachbar sagte, er werde auf einen Kaffee zu mir herüberkommen.

Ist die Form des Konjunktiv I mit dem Indikativ identisch, verwendet man den Konjunktiv II.

Beispiel

Sie sagten: „Wir können morgen kommen.“
Sie sagten, sie könnten morgen kommen.

Indirekte Rede mit „dass“


In der Umgangssprache wird indirekte Rede oft auch im Indikativ ausgedrückt. Dafür brauchst du dann die Konjunktion „dass“.

Beispiel

Meine Mutter sagte: „Draußen regnet es.“
Meine Mutter sagte, dass es draußen regnet.

Er erklärte: „In England fahren die Autos links.“
Er erklärte, dass die Autos in England links fahren.

Wenn du den Konjunktiv verwendest, kannst du dich vom Inhalt des Gesagten distanzieren. Das heißt, du gibst eine Aussage wieder, die nicht von dir stammt.

Ob du selbst daran glaubst, bleibt offen. Eine indirekte Rede im Indikativ ist dagegen weniger neutral. Sie lässt vermuten, dass du dich mit dem Inhalt identifizierst.

Fragen in der indirekten Rede


Enthält die Frage ein Fragewort (wer? wie? wann?), so handelt es sich um eine Ergänzungsfrage.

Sie kann nicht einfach mit ja oder nein beantwortet werden. Das Fragewort bleibt auch in der indirekten Rede erhalten.

Beispiel

Der Lehrer fragte: „Wie viele Schüler sind heute anwesend?“
Der Lehrer fragte, wie viele Schüler heute anwesend seien.

Entscheidungsfragen enthalten kein Fragewort. Sie können mit ja oder nein beantwortet werden. In der indirekten Rede wird die Konjunktion „ob“ verwendet.

Beispiel

Maria fragte: „Kommst du morgen mit mir ins Schwimmbad?“.
Maria fragte, ob ich morgen mit ihr ins Schwimmbad gehe.

Bitten / Befehle in der indirekten Rede


Möchtest du eine Aufforderung in indirekter Rede wiedergeben, hast du dafür zwei Möglichkeiten:

1) Aufforderung mit „sollen“ oder „mögen“ (gehobenere Form)

Beispiel

Er sagte: „Halte endlich deinen Mund!“
Er sagte, ich solle endlich meinen Mund halten.

Mein Kollege sagte: „Bitte mach das Fenster zu!“
Mein Kollege bat mich, ich möge das Fenster zumachen.

2) Aufforderung mit Infinitiv

Bei dieser Form musst du manchmal auch den Einleitungssatz anpassen.

Beispiel

Er sagte: „Vergiss deinen Reisepass nicht, wenn du nach Amerika fliegst!“
Er bat mich, meinen Reisepass nicht zu vergessen, wenn ich nach Amerika fliege.

Meine Freundin sagte: „Zeig mir doch bitte mal dein Fotoalbum!“
Meine Freundin bat mich, ihr mein Fotoalbum zu zeigen.





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