Leitfaden für die Literaturrecherche

Literaturrecherche

Zum wissenschaftlichen Schreiben gehört eine akkurate Literaturrecherche – sonst drohen Nichtbestehen oder sogar die Aberkennung des Abschlussgrades. Doch viele Studierende verzetteln sich und tun sich mit der Auswahl der richtigen Literatur schwer. Mit diesen Tipps zum wissenschaftlichen Arbeiten wird jede Abschlussarbeit zum Erfolg.

Literaturrecherche für Bachelor- und Masterarbeit

Im Studium gehört die Erstellung von Haus- und Seminararbeiten dazu. Doch die Abschlussarbeit spielt in einer anderen Liga, für die nur qualitativ hochwertige Literatur geeignet ist. Die erste Anlaufstelle ist das Internet, allerdings nicht gewöhnliche Suchmaschinen (Google, Ecosia etc., Ausnahme: Google Books), sondern der Literaturkatalog der Hochschulbibliothek (OPAC). Über den elektronischen Katalog der Bibliothek lassen sich allerdings nur Bücher finden. Artikel aus Fachzeitschriften sind in Fachdatenbanken oder bei Zeitschriftenportalen verzeichnet. Etwa bei Ingenta Connect oder JSTOR. Ingenta Connect ist öffentlich zugänglich, JSTOR nur nach vorheriger Anmeldung (Nutzer-Account der Bibliothek verwenden).

Bei der Suche hilft es, möglichst viele zum Thema passende Schlagwörter und Synonyme durchzuprobieren. Auf diese Weise wird die Bandbreite der Literatur zum Thema ersichtlich. Sogenannte Operatoren (UND, ODER, NICHT) sind nützlich, um bestimmte Begriffe von der Suche auszuschließen oder miteinander zu verknüpfen. Der Platzhalter Stern (*) sorgt dafür, dass alle Varianten eines Wortstamms im Suchergebnis auftauchen. Berücksichtigt werden sollten nur Publikationen der letzten 20 Jahre. Die Ausnahme bilden absolute Klassiker und Koryphäen des Fachgebiets sowie Texte, die im Rahmen der Abschlussarbeit analysiert werden. Um nicht zu viele Treffer bei der Recherche angezeigt zu bekommen, lohnt es sich, die Suche nach Erscheinungsdatum zu filtern oder direkt einzugrenzen.

Sind interessante Quellen gefunden, gilt es die Inhaltsverzeichnisse der Publikationen zu sichten. Zudem sollte stets das Literaturverzeichnis angeschaut werden. Dabei lässt sich auf weitere relevante Publikationen stoßen, die für die eigene wissenschaftliche Arbeit hilfreich sind. Dieses Vorgehen nennt sich „Schneeballsystem“. Ob die gefundenen Quellen schlussendlich für die eigene Abschlussarbeit relevant sind, lässt sich meist erst nach einem ersten Einlesen sagen. Effizient ist es, mehrere Seiten oder Kapitel querzulesen, um schneller beurteilen zu können, ob die eingehende Auseinandersetzung mit der Quelle lohnt.

Wie viele Quellen gehören in die Abschlussarbeit?

Wie viele Quellen genutzt werden, hängt vom Thema, der Art der Arbeit und den Anforderungen des Fachbereiches beziehungsweise der Fachhochschule oder Universität ab. Grundsätzlich gilt: Je praxisorientierter die Abschlussarbeit, desto weniger Literaturangaben sind nötig. Je weniger eigene Forschung, desto mehr Quellen sollten es sein. Als ungefähre Richtlinie:

  • Bachelorarbeit: 20 bis 30 Literaturangaben
  • Masterarbeit: 30 bis 50 Literaturangaben
  • Dissertation: keine klare Obergrenze

Besonders wichtig im Studium ist das korrekte Zitieren. Alle fremden Aussagen, Ideen und Thesen müssen als solche gekennzeichnet werden. Das gilt auch dann, wenn Passagen nicht wortwörtlich übernommen, sondern paraphrasiert werden. Die Form des Zitierens ist von Fachhochschule zu Universität unterschiedlich. Welcher Zitierstil für die Abschlussarbeit gewünscht ist, lässt sich bei der Hochschule oder dem Institut erfragen.

 

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